Wenn das Licht knapp wird: Indische Weisheiten für das Erleben des Herbstes

Chrystelle Carrère – Versand am November 16 2025

Hallo zusammen,

Heute möchte ich mit Ihnen über die gegenwärtige Zeit sprechen, in der wir uns am liebsten verkriechen würden, in der wir uns etwas niedergeschlagen fühlen, und darüber, wie die Menschen in Indien diese Jahreszeit erleben.

Die Tage werden kürzer, das Licht schwindet, und alles scheint langsamer zu werden. Das ist nicht nur ein Gefühl: Die Erde setzt ihre Reise um die Sonne fort und entfernt sich auf der Nordhalbkugel von ihr. Wir erhalten weniger Licht, und wenn seine Präsenz abnimmt, schaltet etwas in uns auf natürliche Weise in den Ruhemodus. Der Kreislauf der Natur setzt sich fort: Samen keimen nicht mehr, Tiere halten Winterschlaf, und der Pflanzensaft zieht sich in die Wurzeln zurück.

In Indien wird zur selben Zeit Diwali, das Lichterfest, gefeiert. Es symbolisiert den Sieg des Lichts über die Dunkelheit, des Mutes über die Angst und der Klarheit über die Unwissenheit. Die Geschichten variieren von Region zu Region. In Südindien beispielsweise feiert man an Diwali Krishnas Sieg über den Dämon Narakasura. Das Wort „Naraka“ bedeutet wörtlich „Hölle“. Dieser Dämon verkörpert die dunklen Seiten der Menschheit: Leid, Wut, Angst und Verzweiflung. Krishnas Sieg über ihn ist kein äußerer Kampf, sondern eine innere Transformation: die Fähigkeit jedes Einzelnen, Negativität zu überwinden und sich neuen Möglichkeiten zu öffnen.

Traditionell erstrahlen indische Häuser im Schein kleiner Öllampen – Diyas –, deren Licht die Nacht hindurch flackert. Diese Lichter vertreiben die innere Dunkelheit und erhellen die Seele, wodurch sie den Bewohnern des Hauses ein unbestreitbares Wohlbefinden schenken. Sie erinnern uns symbolisch auch daran, dass es möglich ist, selbst in der Dunkelheit der Außenwelt die eigene innere Flamme am Leben zu erhalten.

Diese Lampen bleiben bis zur Wintersonnenwende angezündet, wenn die Tage endlich wieder länger werden. Diese indische Weisheit erinnert uns daran, uns nicht von der natürlichen Trägheit der Jahreszeit überwältigen zu lassen. Diese Entschleunigung ist keine Einladung zur Depression, sondern vielmehr eine Gelegenheit zur Meditation und Kontemplation. Ein Moment, um uns neu zu orientieren, wieder mit uns selbst in Verbindung zu treten und die Voraussetzungen für Veränderung zu schaffen.

Um diese Zeit entspannter zu meistern, können Sie sich von dieser indischen Weisheit inspirieren lassen: Bringen Sie mehr Licht in Ihr Zuhause – mit mehreren kleinen Lichtquellen, Lampen in unterschiedlichen Höhen und Kerzen oder Öllampen mit sanftem, warmem Licht. Schaffen Sie sich einen warmen und einladenden Raum, in dem Sie sich wohlfühlen, entspannen, lesen, zeichnen oder Musik machen möchten. Wenn Sie einen Kamin oder Holzofen haben, ist jetzt der perfekte Zeitpunkt, ihn zum zentralen Treffpunkt zu machen!

Sie können sich auch einen Meditationsraum einrichten, einen Ort, an dem Sie ein- oder zweimal täglich zur Ruhe kommen, wenn Sie müde sind oder es Ihnen zu viel wird. Ein Ort, an dem Sie den Druck, etwas tun zu müssen, loslassen können, an dem es keine Erwartungen gibt; ein Ort, an dem Sie einfach lernen können, zu sein: in der Realität gar nicht so einfach! Aber ungemein hilfreich, um die Dinge ins rechte Licht zu rücken.

Und dann gibt es all die kleinen Freuden, die einem ein gutes Gefühl geben: sich in einen weichen Stoff zu hüllen, einen duftenden Tee zuzubereiten, es sich in der Wärme bei gedämpftem Licht gemütlich zu machen und der Stille zu lauschen, die sich ausbreitet.

Ich wünsche dir viel Sanftmut, damit du deine Energie bewahren und sie in dir und um dich herum ausstrahlen kannst!

Chrystelle

Indien Sampati

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